«In mir gibt es einen ganz tiefen Brunnen»
Wir gehen den Spuren von Menschen nach, die in extremen Situationen einen unglaublichen inneren Halt erfahren haben.
So auch die 25-jährige Etty Hillesum, die ihr Schicksal als Jüdin mit ihrem Volk auf sich nahm. Sie schildert in ihren Tagebüchern «Das denkende Herz» ihre Gotteserfahrungen, inmitten des Alltagsgeschehens im KZ.
In mir gibt es einen ganz tiefen Brunnen. Und darin ist Gott. Manchmal ist er für mich erreichbar. Aber oft liegen Steine und Geröll auf dem Brunnen, und dann ist Gott begraben. Dann muss er wieder ausgegraben werden.
Die Liebe zu den Menschen lässt keinen Hass zu.
Ich habe eigentlich keine Angst. Nicht weil ich besonders tapfer wäre, sondern in dem Gefühl, dass ich es immer noch mit Menschen zu tun habe und dass ich versuchen will, jede Äußerung zu verstehen, von wem sie auch sei, sofern mir das möglich ist.
Quelle: Etty Hillesum «Das denkende Herz», Tagebücher 1941-1943, Herder Verlag
Foto: Vera Rüttimann





